Du willst eine Lohnerhöhung?

Bald ist es wieder soweit. In den meisten Firmen Deutschlands stehen zum Jahreswechsel die Lohngespräche an.

 

Es werden Argumente gesammelt, auf beiden Seiten, warum eine Erhöhung infrage kommt. Oder eben nicht.

 

Dabei ist das, was bei einer solchen Erhöhung raus kommt, meist weitaus weniger, wie das Potenzial das Du selbst hast, Deinen Lohn wertiger zu machen.

 

Es ist ein Graus und vielen wird alleine beim Gedanken daran schon schlecht. Gehaltsverhandlungen mit dem Chef. Wann ist der richtige Zeitpunkt? Was soll ich sagen? Ist es nicht frech, wenn ich zu viel fordere?

 

Schweißnasse Hände, ein roter Kopf und trotz guter Vorbereitung viel Gestotter sind da eher die Regel als die Ausnahme. Zum Glück ist das nur einmal im Jahr, wird sich so mancher sagen!

 

Doch trotz allem Unbehagen, welches viele dabei empfinden, ist es wichtig, sich und seine Arbeitsleistung nicht unter Wert zu verkaufen. Sind wir ehrlich - wer übers Jahr einen guten Job macht und seinen "Wert" für das Unternehmen kennt, der hat auch nichts Negatives zu befürchten.

 

Diskrepanz

Es gibt aber durchaus Bereiche unseres Lebens, da ist es weitaus einfacher, mindestens den gleichen Betrag wie bei einer Lohnerhöhung zu erwirtschaften. Erstaunlicherweise stecken wir da oftmals viel weniger Energie hinein.

 

Diese Bereiche wollen wir uns in den nächsten Wochen, zusammen mit Dir etwas genauer anschauen und beginnen werden wir heute mit einem einfachen Rechenbeispiel.

 

Nennen wir ihn W. aus F.

W, aus F. ist verheiratet und hat auch schon Nachwuchs. Zusammen mit seiner Frau und seinen beiden kleinen Töchtern, lebt er in einem Reihenhäuschen.

 

Zur Berechnung nehmen wir die Durchschnittszahlen des Statistischen Bundesamtes. Diese decken nicht jede persönliche Situation ab, kommen aber wie der Name schon sagt dem Schnitt sehr nahe.

 

W. ist in der Kirche und ist gesetzlich Krankenversichert. Seine Frau kümmert sich momentan um die Kinder, somit ist er Alleinverdiener.

 

Die Finanzen

Folgend also die Lohnsituation von W. im Jahr 2016:

 

Bruttoverdienst:    3.703 €

Nettoverdienst:      1.800 €

 

Natürlich ist es wichtig für W. seine jährliche Verhandlung dafür zu nutzen, möglichst viel Erhöhung herauszuholen. Bleiben wir beim statistischen Durchschnitt so schafft es unser Protagonist tatsächlich, 2,5 % Lohnerhöhung zu bekommen.

 

Das bedeutet dann in der Praxis für das darauffolgende Jahr:

 

Bruttoverdienst:    3.795 €

 

W. hat es also geschafft, auf einen Schlag 92€ im Monat mehr zu verdienen. Doch die findigen unter Euch werden natürlich schon bemerkt haben, dass es sich dabei um die Bruttoerhöhung handelt.

 

Schauen wir uns an was nach Abzug der Steuern etc. noch wirklich bleibt dann reden wir "nur noch" über eine Erhöhung um 44 € auf jetzt 1.844 €.

 

Danke Vater Staat, wird sich jetzt der ein oder andere denken. Doch damit sind wir noch nicht am Ende des Trauerspiels.

 

Steigende Kosten

Die Inflation. Viele haben das Wort schon gehört. Wiederum weniger können wirklich etwas damit anfangen. Dabei ist es eigentlich ganz einfach.

 

Inflation bedeutet vereinfacht, dass die Waren und Güter um uns herum, im Schnitt im Preis steigen. Die durchschnittliche Erhöhung dieser Preise wird dann in einer Inflationsrate ausgedrückt.

 

Diese Inflationsrate, besser gesagt die Prognose der Rate (2017 ist ja noch nicht zu Ende) liegt bei 1,8%. Moment mal, hatten wir nicht eine Lohnerhöhung von 2,5%, wirst Du sagen?

 

Ja genau und von diesen 2,5% können wir uns jetzt noch von 1,8% verabschieden. Denn genau um so viel werden die Sachen die wir konsumieren teurer, selbst wenn wir genau die gleiche Menge davon verbrauchen, wie im Jahr zuvor!

 

Die Abrechnung

Jetzt schauen wir uns die Lohnerhöhung von W. nochmals genauer an und ziehen einen Strich darunter:

 

 

Die reale Lohnerhöhung von W. aus F. beträgt also 11€ im Monat. 132€ im Jahr. Ich bin weit davon entfernt, diesen Betrag von 11€ im Monat klein zu reden. Doch wir alle wissen das 11€ nicht mal für einen Friseurbesuch reichen. Geschweige denn zu etwas größerem.

 

Alternativen

Wie schon zu Beginn festgestellt ist das Ergebnis, dieses Rendezvous mit seinem Vorgesetzten also relativ dürftig. All das Vorbereiten, Argumente sammeln und das Warten auf eine Antwort, drückt sich nachher nicht gerade in klingenden Zahlen aus.

 

Warum dann nicht mal über die Alternativen nachdenken?

 

In nahezu jedem Haushalt gibt es einiges an Potenzial, welches zum Teil völlig ungenutzt, brach liegend vor sich hin schlummert. Einer der großen Kostenbereiche, egal in welcher Wohnsituation wir uns befinden, sind die Energiekosten.

 

Ihr werdet überrascht sein, wie es sich auswirken kann, wenn man in diesem Bereich mal etwas aktiv wird und den Markt für sich arbeiten lässt. Schneller und auch einfacher wie bei einer Lohnverhandlung, wird hier aufs Jahr gerechnet sogar mehr Geld gespart.

 

Herr W. und die Energie

Wir hatten schon darüber geredet. Herr W. wohnt mit seiner Familie in einem schönen Reihenhaus, 140 qm², in einer eher ruhigen Siedlung.

 

Um es einfach zu halten, kümmern wir uns im ersten Step mal nur um das Thema Strom. Natürlich umfasst das Thema Energie auch noch vieles mehr, wie zum Beispiel Gas und Wasser. Der Vergleichbarkeit halber, bleiben wir aber momentan beim simplen Strom.

 

Auch hier rechnen wir mit rein durchschnittlichen Werten. Wohl wissend das es natürlich möglich ist, durch extremes knausern, die ein oder andere Kilowattstunde einzusparen. Die Ehemänner unter uns wissen, dass diese Knauserei aber nicht gut für das Betriebsklima zu Hause ist.

 

Der Verbrauch

Die Familie von Herrn W. verbraucht in etwa 5.000 kWh im Jahr. Dies entspricht einem durchschnittlichen Betrag von ca. 1.450€ jährlich.

 

Schaut er sich nun um, wird W. relativ schnell feststellen, dass es sicherlich günstigere Anbieter für ihn am Markt gibt. Diese sind zwar nicht immer viel billiger, in den Grundkosten oder den Kilowattstunden.

 

Dafür locken sie aber mit dem ein oder anderen Bonus, um Dich an ihr Unternehmen zu binden.

Und dieser Bonus hat es teilweise ganz schön in sich!

 

Rechenbeispiel

Ein Wechselbonus von 200€, ist bei einem Verbrauch, wie in die W.'s haben, absolut keine Seltenheit.

 

Selbst wenn die eigentlichen Kosten gar nicht viel billiger sind, spart sich Herr W. also mal eben schnell 200€ im Jahr.

 

Dem Gesetz des Marktes folgend, gibt es aber zu dem  auch immer jemand billigeren. Also rechnen wir nochmals 100€ reine Kostenersparnis hinzu.

 

Erinnern wir uns an die Lohnerhöhung, bei der wir über 132€ gesprochen haben...

 

Fassen wir also nochmals zusammen:

 

Verhandlung über eine Lohnerhöhung - selbst wenn erfolgreich - im Schnitt 132€ im Jahr.

Viel Anspannung, schwitzige Hände und die Angst vor der Ablehnung im Gespräch.

 

Wechsel des Stromanbieters - in jedem Fall erfolgreich da ein großer Anbietermarkt - mindestens 300€ Jahr - dafür ca. 10 Minuten Zeit investieren vor dem PC - bei Bedarf in Feinripp und einem Kaffee in der Hand. 

 

Rechne es Dir gleich mal aus, in dem angefügten Kurzrechner. Du wirst erstaunt sein, welche Zahlen bei Dir raus kommen.

 

Fazit

Es gibt viele Wege, sein Realeinkommen zu verbessern. Die klassische Lohnerhöhung gehört leider heute nicht mehr dazu.

 

Natürlich kannst Du, in dem Du Deine Fähigkeiten kontinuierlich verbesserst, über die Jahre einige Beförderungen erreichen. Egal ob in der eigenen Firma oder durch einen Jobwechsel, wird das definitiv mehr Geld in Deine Kassen spülen.

 

Wie wir aber auch schon in anderen Beiträgen oftmals erwähnt haben, ist dies auch mit einem fortlaufenden Prozess der Weiterbildung und des Lernens verbunden. Das heißt, es geht nicht ohne Invest von Dir!

 

Ein wirklich signifikanter Lohnsprung ohne diese Verbesserung wird auf Dauer ausbleiben.

 

Doch viele jammern und beschweren sich, genau über dieses Ausbleiben, ohne sich aber mal um die andere, sogar einfachere Seite, der Finanzen zu kümmern.

 

Nebst den Stromkosten gibt es noch viele weitere Bereiche, egal ob aus dem Energiebereich, Gas, Wasser, Telefon-oder Mobilfunkkosten.

 

Und genau da gilt es anzusetzen. Also stay tunded - wir werden zukünftig noch häufiger auf dieses Thema eingehen!


#simplethinking bedeutet sein Leben wieder selbst in die Hand zu nehmen. Das gilt auch und insbesondere für Deine Finanzen!

 

Wie ist es bei Dir - hast Du schon Erfahrungen gemacht mit dem Wechsel von Stromanbietern?

 

Berichte uns davon und ermutige andere Deinem Beispiel zu folgen!


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