Höre nie damit auf

Öffne ich Instagram, Facebook oder eines der anderen beliebten sozialen Netzwerke, springen mich hunderte von gestählten Körpern an.

 

Fitnessblogs noch und nöcher. In allen denkbaren Konstellationen wird präsentiert, wie man seinen Körper am besten pimpt und auf Höchstleistung bringt.

Doch über eine andere, mindestens genauso wichtige Trainingsform wird kaum berichtet.

 

Kannst Du mir spontan einen Instagram Account nennen, bei dem es um das Training Deines wichtigsten "Muskels" überhaupt geht? Um das Gehirn...?

 

 

Workout für Dein Hirn

Wir alle kennen die typischen Vorurteile für den Bodybuilder an sich. Extrem guter, definierter Körper. Kann im Schlaf die Vorteile einer Eiweißreichen Ernährung aufzählen, hat aber ansonsten einen IQ wie ein Toastbrot.

 

Vorab möchte ich diesem Vorurteil mal heftigst widersprechen. Es mag solche Typen geben. Die gibt es aber in jeder anderen Sportart oder Bevölkerungsschicht auch. Ich persönlich und Ihr selber sicherlich auch kenne ein paar sehr gute Gegenbeispiele.

 

Trotzdem stellt sich schon die Frage, warum sehr viele Menschen so extremen Wert auf Ihr äußeres, Ihren Bizeps, Ihre Bauchmuskeln etc. legen, Ihren Denkapparat aber komplett vernachlässigen.

 

Sie haben dafür keinen Trainingsplan. Auch setzen sie sich im Bereich der Bildung keine Ziele, welche sie dann mit Nachdruck verfolgen. Ziele wie sie sich zum Beispiel ein bekannter Unternehmer aus dem Silicon Valley jedes Jahr aufs Neue setzt.

 

 

"Mein Vorsatz für 2015 ist es, jede Woche mindestens ein Buch zu lesen -

      mit dem Ziel mehr über verschiedene Kulturen, Glaubensrichtungen, Technologien

              und Geschichte zu lernen"

Mark Zuckerberg

 

 

Schule, Studium und dann...?

Oftmals kommt es einem so vor, als würden die meisten Menschen denken, nach der staatlichen Schule und dem eventuellen Studium, sind wir fertig. Aus. Alles gelernt - mehr passt nicht mehr hinein in unseren Kopf.

 

Also konzentrieren wir uns darauf, das erlernte möglichst nicht zu vergessen. Eine Sprache...? Ja Englisch halt, gelernt in der Schule. Wird schon reichen.

 

Wissen über den eigenen Körper? Dafür gibt es ja den Doktor. Der wird mir schon sagen, was ich zu tun habe. Weiterbildung im Beruf - gibt es dafür mehr Geld? Ansonsten muss ich es ja nicht machen.

 

Geschichte und alte Kulturen? Na klar - ich schaue ja regelmäßig "Game of Thrones" und habe "Gladiator" mindestens fünfmal gesehen!

 

Ansporn und Motivation

Nun glaube ich nicht das Dein Ansporn für mehr Bildung im Alltag, aus einem Blogartikel kommen kann. Diese Motivation neues zu erlernen, altes zu verbessern und Stärken zu nutzen, muss aus Deinem inneren kommen.

 

Die Triebfeder dazu, kann von Mensch zu Mensch völlig unterschiedlich sein. Doch eigentlich ist sie gar nicht so verschiedenen, zu denen um die es auch im Bereich der Körperbildung geht.

 

Es geht um Anerkennung. Darum etwa zu schaffen. Etwas das andere gut finden oder im besten Fall sogar bewundern. Genauso wie bei der Körperertüchtigung geht es bei der Bildung darum, Mehrwert für Dich zu schaffen.

 

Nimm Deine Gesundheit. Lesen, zum Beispiel ist ein richtig effizientes Workout für Dein Gehirn. Studien belegen, das tägliches Lesen Dein Demenzrisiko um 32 % senken kann!

 

Auch die Erfolge können sich sehen lassen. Stell Dir vor Du lernst innerhalb von einem Jahr eine neue Sprache sehr gut zu sprechen. Es werden die gleichen Belohnungsareale in Deinem Hirn angeregt, wie bei Erreichen eines Sportlichen oder ästhetischen Ziels.

 

Nur glaube ich das Dir ein fließendes Business Englisch, im Gegensatz zu einem gut geformten Gluteus maximus, ein Leben lang hilfreich sein wird.

 

Dranbleiben

Es muss natürlich nicht immer gleich eine neue Sprache sein die Du erlernst. Vielmehr geht es darum Dein Gehirn zu fordern. Am Ball zu bleiben und keinen Stillstand zu signalisieren.

 

"Ich fürchte nicht den Mann der 10.000 Kicks einmal geübt hat, aber ich fürchte mich vor dem, der einen Kick 10.000 mal geübt hat."

Bruce Lee

 

Ständige Reize und das Einüben neuer Gewohnheiten halten Dich frisch. Genau so wie die Beinmuskulatur eingeht und abschlafft, wenn Du den ganzen Tag nur sitzend oder liegend verbringst, geht Dein Gehirn ein.

 

Setzt Du keine neuen Reize, stellt Dein Denkorgan immer weiter seinen Dienst ein. Bis es irgendwann mal komplett streikt. 

 

Ich bin überzeugt das erfolgreiche und gebildete Menschen, oftmals bis ins hohe Alter leben, weil sie eben nicht irgendwann in Rente gehen und Ihr Streben nach Neuem und nach Wissen einstellen. 

 

So hat ein Helmut Schmidt bis weit über 90 noch Bücher geschrieben. Oder sieh Dir eine Queen Elisabeth an, die mit mittlerweile 91 Jahren noch mehr tägliche Termine abarbeitet, wie die meisten von uns den ganzen Monat nicht.

 

Die Königsdisziplin

 

"mens sana in corpore sano"

 

"Ein gesunder Geist in einem gesunden Körper". Dieses verkürzte Zitat des römischen Dichters und Satirikers Juvenal, wird heute gerne hergenommen. Eigentlich ursprünglich in einem etwas anderen Sinne gedacht, drückt es trotzdem eine gewisse Vollendung der Bildung aus.

 

Stehen die geistige Bildung und die gesundheitliche Verfassung, sprich die körperliche Konstitution in einem guten Gleichgewicht, dann sind Dir im Leben Tür und Tor geöffnet.

 

Ich persönlich bin der Meinung, dass wir stark darauf achten sollten, in dieser Balance kein Ungleichgewicht zu bekommen. Dies kann auf beiden Seiten zu erheblichen Problemen in Deinem Leben führen. 

 

Da wir höchstwahrscheinlich nur dieses eine Leben haben, wäre es doch schade nicht zumindest zu probieren, auch seine geistigen Grenzen auszutesten.

 


Es ist mir wichtig nochmals zu erwähnen, das die "Balance" keinesfalls bedeutet, ein super durchtrainierter Athlet zu sein. Genauso wenig muss Dein Ziel sein der nächste Nobelpreisträger zu werden.

 

Fortschritt - nicht Perfektion heißt die #simplethinking Devise.

 

Aber eben Fortschritt und nicht Stillstand.

 

Hast Du Erfahrungen gemacht, positiver oder negativer Art, mit Deiner Balance? Kannst und willst Du uns vielleicht sogar mit einer kleinen Erfolgsgeschichte verwöhnen?

 

Ich würde mich freuen!


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Kommentare: 2
  • #1

    Lotta (Mittwoch, 28 Juni 2017 11:53)

    ... Man wird alt wie eine Kuh und lernt immer noch dazu...
    Oft reicht es schon, sich täglich mit neuen Situationen auseinanderzusetzen. Auch wenn ich nicht dafür bin, dass Lehrer bis 65 vor pubertierenden Schülern rumspringen, glaube ich, dass soziale Berufe manchmal auch eine mentale Herausforderung bedeuten können. Zusätzlich zum Kreuzworträtsel in der Wochenendausgabe! ;0)
    In diesem Sinne: es lebe der Gluteus Maximus, der von einem cleveren Encephalon gesteuert wird!
    Beste Grüße,
    Lotta

  • #2

    Marcus (Donnerstag, 29 Juni 2017 14:18)

    Du hast völlig Recht Lotta - und wir Kühe werden mittlerweile immer älter..! :-)

    Liebe Grüße
    Marcus