Warum Du manchmal einen Scheiß drauf geben solltest

Stell Dir vor, es klingelt an Deiner Haustüre. Ein Dir völlig Fremder tritt ein und erzählt Dir, dass ihm  Deine Einrichtung überhaupt nicht gefällt und überhaupt, das Haus schon von außen nicht wirklich anziehend wirkte.

 

Aber da er von nun an bei Dir wohnen wird, will er das Du es komplett veränderst.

 

Den würde ich hochkant raus werfen, denkst Du jetzt wahrscheinlich. Bist Du Dir da sicher?

 

Was aber, wenn das eben erzählte, als Metapher hergenommen werden kann für unser restliches Leben? Für unser Social Media, den Freundeskreis, genau genommen für unser komplettes Dasein.

 

Rein in Deinen Kopf

Der Fremde vor Deiner Tür ist im Grunde genommen nichts anderes wie jemand, der Dein neuestes Instagram Foto kommentiert. Er gibt eine Wertung ab und in den meisten Fällen nistet er sich damit in Deinem Kopf ein.

 

Im Grunde genommen ist es egal, ob dies ein positiver oder ein negativer Kommentar ist. Du hast die Tür geöffnet und er ist drin. Anfangs gefällt es Dir sogar vielleicht. 

 

Doch mit der Zeit wird es anstrengend. Denn der Fremde beachtet Dich nicht, wenn Du jeden Tag mit denselben Klamotten an ihm vorbeigehst. Er will Abwechslung. Er will den Kick in Deinem Leben sehen sonst findet er Dich langweilig. 

 

Und das wird er Dich wissen lassen. Entweder er sagt es Dir oder er zeigt es Dir. Durch Nichtbeachtung. Keine Likes. Keine Kommentare – zumindest keine positiven.

 

Aber Du hast ihn immer noch in Deinem Kopf. Den Du willst ihm doch gefallen. Wieso reagiert er jetzt nicht mehr? Wieso sagt er vielleicht sogar negative Dinge?

 

Wenn wir doch also niemals einen Fremden in unser Haus lassen würden. Wieso lassen wir dann einen Fremden in unseren Kopf? Wieso erlauben wir ihm eine Wertung über unser Leben abzugeben und wieso machen wir uns vor allem soviel Gedanken über diese Meinung?

 

Die Krux des Gefallen wollens

 

Auch abseits des Social Media Lebens, kann man diese Tendenzen mittlerweile beobachten. 

Mein Haus, mein Auto, mein Urlaub … Oftmals steckt dahinter nicht mehr wie – finanziert durch meinen Kredit bei der Bank.

 

Eine Hochzeit ist nicht mehr ein zusammen kommen von Menschen, die man dabei haben möchte, während man sich an einem schönen Ort, ewige Liebe schwört.

 

Es ist zu einem Event verkommen. Höher, schneller, weiter. Mehr Gäste, mehr Essen und eine höhere Torte. Ich kann es kaum fassen das es Leute gibt, die Ihre Hochzeit auf Pump finanzieren!

 

 

"Ich wünschte ich hätte nicht immer 5 kg zuviel 

       auf den Rippen gehabt!"

 

Auf dem Sterbebett - niemals - irgendjemand

 

Frauen, schöne weibliche Frauen, bezeichnen sich als "Fett" wenn Größe 36 oder 38 nicht mehr passt.

Oder, sie werden von anderen als Fett bezeichnet. Natürlich hinten herum. Nicht face to face. Das ist eine Kunst die es in Zeiten von WhatsApp und Facebook nicht mehr braucht.

 

Don't give a fuck

Lass uns gemeinsam mal schauen, wie das aussehen könnte, wenn Du Dir keine Gedanken mehr machst, was "die Anderen" denken. 

 

Würde die Welt zusammenbrechen und alle Freunde und Bekannte wenden sich von Dir ab? Nein, sicher nicht. Höchstwahrscheinlich das Gegenteil wird der Fall sein. Es werden sich zwei oder drei Verbindungen lösen. Nur Du kannst damit sehr gut umgehen, denn Du weißt das dies, dann sicherlich nicht die richtigen Menschen in Deinem Leben waren.

Oftmals sind es genau die Menschen die einem sehr nahe stehen, die, zugegeben sicherlich unbewusst, aber massiv negativ in Dein Leben einwirken.

 

Sie erklären Dir anhand von tausend Gründen, warum Deine neue Geschäftsidee nicht funktionieren wird. Und in der Konsequenz wirst Du es dann auch nicht durchziehen.

 

Bis jetzt. Denn Du weißt jetzt das es manchmal sein muss zu sagen "i don't give a fuck!".

 

Du schuldest niemandem etwas

Ich hatte es schon anklingen lassen. Dein neues Selbstbewusstsein, wird vermutlich sogar dazu führen, das Du auch automatisch mehr Erfolg haben wirst.

 

Nimm Deinen Beruf. Von allen Seiten wird von frühester Kindheit immer eingetrichtert, sich einen guten Job zu suchen, sich zu bewerben und dann möglichst ruhig und angepasst sein Tagewerk zu vollbringen.

 

Doch auch im beruflichen Umfeld schuldest Du niemandem etwas. Du hast ein "Arbeitsverhältnis". Einen Vertrag. In diesem Vertrag ist geregelt, dass Du Deinem Chef Deine Leistung zur Verfügung stellst und er Dich dafür angemessen entlohnt.

 

That's the deal. Du bist Deinem Chef nichts schuldig und musst Dich auch nicht kleiner machen, als Du bist. Im Gegenteil. Präsentierst Du Dich als starke Persönlichkeit, mit eigenem Willen und eigenen Ideen, stärkt dies sicherlich auch Dein Profil.

 

Machst Du einen guten, möglichst sogar einen richtig guten Job, wieso sollte sich dann ein Unternehmen nicht bei Dir bewerben?

 

Schon von früh an

Eine der wichtigsten Botschaften, die wir an unsere Kinder weitergeben können, ist es, manchmal einen Scheiß drauf zu geben was andere denken.

 

Lehre sie, nicht jedem Trend hinterher zu jagen. Auf ihren Bauch zu hören und dem nachzugehen, was ihr Herz will und nicht dem, dass andere Ihnen einreden.

 

Das Leben besteht aus einer Gemeinschaft, einem Zusammenleben vieler einzelner Individuen. Es ist wichtig das in dieser Gemeinschaft jeder sein Ego auch ein Stück weit hinten anstellen kann.

 

Doch mindestens genauso wichtig ist es, im richtigen Moment auf seine Bedürfnisse zu hören. Viele wichtige Erfindungen der Menschheitsgeschichte, hätte es niemals gegeben, wenn der Erfinder selber auf die Menschen in seinem Umfeld gehört hätten.

 

Nicola Tesla, Steve Jobs, Elon Musk. Ein Albert Einstein oder ein Thomas Jefferson hat es nicht interessiert, dass man sie in Ihren jungen Jahren für totale Außenseiter hielt.

 

Fang einfach mal damit an

Das Schöne daran ist, dass Du keinen Kurs dafür machen musst. Du musst nicht den Meister darin machen, sondern kannst einfach damit beginnen.

 

Denk daran. Fortschritt – nicht Perfektion.

 

Gehe die ersten simplen Schritte und versuche sie langsam in Dein Leben zu integrieren.

 

#simplethinking – bilde Dein eigenes Profil. 

#simplethinking – Schätze Dich selbst, denn dann werden es die anderen auch tun.

#simplethinking – erkenne die Motive hinter den Aussagen anderer. Vielleicht ist es nur Neid?

 

#simplethinking – ist Dir die Sache wirklich wichtig?

 

Dann gib einen Scheiß drauf was andere sagen!

 

Als weitere Praxisanleitung möchte ich Dir gerne noch ein Buch empfehlen. Es ist von Mark Manson und im Original heißt es – "The subtle Art of not giving a f*ck".

 

Eine gelungene Mischung aus humorvollen aber lebensnahen Erzählungen. Er geht hier sehr stark drauf ein, wie wertvoll es ist, sich auf die wichtigen Dinge zu konzentrieren und wie es der Titel schon sagt - auf die anderen zu scheißen.

 


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Kommentare: 2
  • #1

    Andreas Giermaier (Mittwoch, 14 Juni 2017 20:38)

    ZszsZszs
    :) loveit. Ist dir auch aufgefallen, dass in letzter Zeit eine Reihe an Büchern nach oben schießen, die mit "Kraftausdrücken" auf sich aufmerksam machen? Doch ehrlich gesagt, recht selten halten diese dann auch was ihr reißerischer Titel verspricht (wie bspw Mindfuck, das ist ECHT wertig).
    Am ende ist die Botschaft hierbei ja vorallem, finde raus WER du bist (sein willst) und mach dich unabhängig vom Urteil der anderen. Denn aller VERGLEICH führt zu LEID. Problem dabei ist halt, dass wir evolutionär darauf programmiert sind, uns mit "den unseren" zu vergleichen. Vorteil ist, dass wir den NEOkoretex haben. Und mit dem können wir uns BEWUSST aussuchen, WER diese so genannte Peer Group für uns sein darf. Mark Manson hab ich schon vor Jahren gelesen, das Buch ist ganz ok, doch das BLOG ist allein durch die IMMENS großen Schriftarten und Fotos so "asskicking" daher. Er hat sicher den einen oder andren Schuss zuviel an Testosteron mitbekommen, aber passt in diese heutige Marketingwqelt... mir schient aber er hat einiges an Tiefe (gut versteckt) aber doch!
    Was davon hat DICH wirklich berührt und dein Denken verändert? Bin gespannt? ich will in Kürze auch nen Artikel zu dem Buch machen dann bezieh ich mich auch gern auf dich ;)

  • #2

    Marcus (Mittwoch, 14 Juni 2017 22:47)

    Hallo Andreas,

    und vielen Dank für Dein Feedback!

    Ja, da stimme ich Dir erstmal völlig zu. Die Bücher mit extrem "starkem" Titel nehmen zu - so wie auch die Artikel in Fachzeitschriften gerne diese Art der Headlines übernehmen.
    Passt wohl irgendwie in die Zeit - Magazine heißen heute "Business Punk" etc und da dürfen die Bücher nicht hinten anstehen.

    Dies soll aber gar nichts über die Wertigkeit aussagen. Für mich ist dieses Buch von Mark Manson in manchen Teilen wirklich wertig.

    Erfahren wir atemberaubend Neues? Nein. Aber die Art, die Dinge zu betrachten und darauf einzugehen, nicht alles im Leben zu können, ist mir wirklich sympatisch.

    Ich bin bei Dir - für die Art von Content muss man wahrscheinlich einen erhöhten Testowert besitzen. Siehe die Kollegen GaryVee oder Casey Neistat.

    "Man hat immer die Wahl" lässt er uns wissen. Und ist es nicht wirklich so - haben wir nicht wirklich immer die Wahl?