3 garantierte Wege Deine Ernährung kompliziert zu machen

Früher war es ein Gräuel für mich, wenn meine Großeltern mit Ihren "schlauen Sprüchen" versuchten etwas Anstand und Weisheit an mich weiter zu geben.

Da gab es so Klassiker wie "Iss den Teller leer, irgendwo anders verhungern Kinder" (ein wirkliches Übel auf der Welt – aber das hängt nicht damit zusammen das ich meinen Teller nicht leer mache). 

 

Ich denke jeder von uns kann, aus dem Stand zehn solcher Weisheiten aufzählen. Allerdings gab es eine, die mich dort schon nachdenklich machte und welche heute aktueller ist denn je…

 

 

"Warum einfach,

      wenn man es auch kompliziert machen kann"

 

Relativ häufig habe ich dies zu hören bekommen. Und Anfangs habe ich immer darüber nachgedacht, warum ich nicht einfach gelobt werde, für das was ich gerade vollbracht habe. Erst später, als ich die Schwelle zum Erwachsen werden passiert habe und ins Berufsleben gekommen bin, habe ich langsam den Sinn verstanden.

 

Mir sollte eindringlich mit auf den Weg gegeben werden, dass es nicht nur darauf ankommt die Dinge geregelt zu bekommen. Je smarter man die Aufgaben bewältigt, umso mehr bekommt man gebacken in seinem Leben.

Muss es kompliziert sein um gut zu sein?

Oftmals hat man auch beim Thema Ernährung das Gefühl, je komplizierter der Plan, das Vorgehen umso besser und erfolgreicher soll man damit sein. Wir stehen morgens um 5:30 Uhr auf, weil uns ein Guru gesagt hat, dass wir auf nüchternen Magen mehr Fett verbrennen, als bei normalen Einheiten. Dadurch kommt unser Schlaf zu kurz, was auf Sicht dazu führt, dass unser "Willensmuskel" erschlafft. In Folge verlieren wir die Lust und die Disziplin …

 

Ich glaube, die Evolution hatte es für uns vorgesehen, dass die Dinge recht einfach geregelt sind. Verbrauche Energie und führe dies Energie wieder zu. Haltest Du diese beiden Dinge in der Waage, kannst Du ohne Probleme auch Dein Gewicht halten.

 

Willst Du abnehmen oder musst Du zunehmen, dann solltest Du an der entsprechenden Schraube etwas mehr drehen. Grundsätzlich erst mal einfach. Folgend zeigen wir Dir 3 Wege wie Du dieses simple Vorgehen aber garantiert kompliziert machen kannst.

1. Folge einem bestimmten Programm

Schon in einem unserer letzten Artikel sind wir darauf eingegangen, wie unverträglich es sein kann, einem bestimmten Ernährungsprogramm zu folgen. Schlank im Schlaf, Kohlsuppendiät, die Glyxdiät oder die Hollywood -Super -Duper- GuteLaune Diät.

Du wirst damit in ein Schema gepresst, dass in der Regel als aller erstes Dein Sozialleben komplett torpediert. Du isst nicht mehr Abends, in der Firma, bei Geburtstagen und das grenzt Dich auf Dauer aus. Auch wer schon einmal die Kohlsuppen Geschichte gemacht hat, weiß glaube ich, wovon ich rede. Dies führt insgesamt zu Frust und macht das Durchhalten über längere Zeit, nahezu unmöglich.

 

#simplethinking – mach kein Diätprogramm. Stelle Deine Ernährung schrittweise um und finde dann einen Weg, der es Dir möglich macht, diese Ernährung auch dauerhaft so zu leben. Dieser Ernährungsstil passt dann auch in Dein Leben und Du musst Dein Leben nicht Deiner Ernährung anpassen.

 

2. Folge falschen Vorbildern

Hast Du schon mal in der Werbung, in einem Magazin oder sonst wo, einen Harvard Professor gesehen, der Dich damit locken will, nach einem 10 Wochen Kurs bei ihm, bist Du ein Mathe Genie? Nein …? Ich auch nicht.

 

Wie viele vergleichbare Angebote kennst Du aber aus dem Bereich Fitness und Diät? Im Endeffekt ist es nichts anderes. Man kann es gut vergleichen. Der Harvard Professor hat sich sein ganzes Leben mit der Mathematik beschäftigt. Es ist sein Hobby, seine Berufung. Er hat es studiert und er hat es gelebt.

 

So ist es auch mit den meisten Trainern, Covermodels und sonstigen Prominenten Zugpferden in der Diätindustrie. Sie leben von dieser Branche und sie haben in der Regel kein “10 Wochen Programm“ hinter sich. Sie beschäftigen sich mit Fitness und Ernährung schon lange Zeit. Und sie trainieren schon lange Zeit. Schlussendlich schon alleine, weil sie ihren Lebensunterhalt damit verdienen, dass andere ihren Körper toll finden.

 

Und ich sage Dir auch – da ist nichts Verwerfliches dran. Es ist eine Industrie in der mittlerweile mehr Gelder umgesetzt werden, mehr Umsätze generiert werden, als wir in Deutschland für die Bildung unserer Kinder ausgeben.

 

Falsch daran ist, sich diese Personen zum Vorbild zu nehmen. Jemand dessen Leidenschaft, dessen Beruf es vielleicht sogar ist, Fitness zu betrieben und jeden Tag zu trainieren, hat einen Energiebedarf den wir Durchschnittsathleten niemals erreichen. Ergo ist es doch falsch Ihre Ernährung zum Vorbild zu haben.

 

#simplethinking – vergleiche Dich nicht mit dem Professor. Schau Dir an wie es erfolgreiche Menschen machen. Pick Dir die Tipps raus, die Dich ansprechen und versuche die in Dein Leben zu integrieren. Aber laufe Ihnen nicht blind nach.

Ich finde es immer gut, sich die Menschen zum Vorbild zu nehmen, die schon einmal in der gleichen Situation waren, in der Du jetzt bist. Wiegst Du gerade 120,- Kg, dann bringt es Dir nichts, den Trainingsplan von Jason Statham zu kopieren. Er spielt momentan in einer anderen Liga. Such Dir einen Menschen als Vorbild, der auch schon dieses Gewicht hatte und es geschafft hat, erfolgreich und nachhaltig abzunehmen. Und dann machst Du das, was er gemacht hat als er noch Dein Gewicht hatte. Dein Ziel sollte es sein die beste Version von Dir selber zu schaffen.

 

3. Folge nur den falschen Zahlen

 

Wer kennt folgendes Szenario nicht? Du stehst morgens auf, gut gelaunt tänzelst Du ins Bad, wo die Waage auf Dich wartet. Du hast Dich gestern strikt an den Ernährungsplan gehalten und dazu noch 5 km gejoggt. Also wenn heute früh nicht mindestens ein Kilo weniger auf der Waage ist, dann weißt Du auch nicht mehr.

 

Das ist der Moment, der oftmals die Laune für den ganzen Tag versaut. Nicht abgenommen hast Du. Im Gegenteil. Das Scheißding zeigt noch 0,2 Kilo mehr an. Na super – schlechter Ernährungsplan und joggen bringt auch nichts. Da kannst Du ja gleich wieder alles wie vorher machen – das Ergebnis ist das gleiche …

 

Ich glaube die Waage hat schon mehr Diätversuche scheitern lassen, als alle Schokolade der Welt zusammen. Dabei ist es völlig unerheblich, was für eine Zahl auf der Waage auftaucht. Diese eine Zahl wird von so vielen Dingen beeinflusst, das sie auf den Moment gesehen, gar nicht Aussagekräftig sein kann.

 

Dein Wasserhaushalt, Dein Darminhalt oder bei Frauen selbst der Zyklus. Darüber hinaus gibt es erhebliche Gewichtsunterschiede, je nach Körperzusammensetzung. Schaue Dir mal folgendes Bild an – was fällt Dir auf?

 

www.instagram.com
www.instagram.com

Auf dem dritten Bild ganz rechts, wiegt die junge Frau fast genau gleich viel wie auf dem ersten Bild. Trotzdem sieht man ganz klar, eine stark veränderte Definition und jeder würde den Körper nun, als schlanker bezeichnen. Hintergrund ist dabei die Körperzusammensetzung. Das Körpergewicht setzt sich aus vielen Faktoren zusammen. Wasser, Knochen, Organe und eben auch Fett und Muskulatur. Nur ist es eben so, dass Fett einiges mehr an Masse mit sich bringt, wie Muskulatur. Sieh selbst:

 

Ich glaube hier Bedarf es nicht vieler Worte. Wenn Du auf Deiner Waage das reine Gewicht abliest, dann ist es von zentraler Bedeutung, ob die 65,-KG in der Hauptsache aus Fett oder aus Muskeln bestehen.

 

#simplethinking – schmeiß die Waage weg. Nimm Dir keine bestimmte Zahl vor die Du wiegen möchtest. Such Dir lieber andere Ziele. Visuelle Ziele. Wie möchtest Du aussehen? Gibt es eine Jeans, die Dir mal gepasst hat, als Du Deinen Körper noch gemocht hast. Wenn ja dann nimm Dir zum Ziel wieder in diese Größe zu passen.

 

Brauchst Du für Dich unbedingt Messwerte, dann nimm den Trend. Wiege Dich immer am selben Tag, montags als Beispiel. Gleich morgens. Dazu misst Du Dich dann aber auch. Nimm ein einfaches Maßband und lege es in Höhe Deine Bauchnabels um Dich. Schreib es Dir auf und vergleiche mit der letzten Woche. Diese Zahl und das Gefühl den Gürtel wieder ein Loch kleiner stellen zu können, ist realistischer und motiviert mehr als jede Waage der Welt.


Nun wurde der Artikel wieder länger als geplant. Aber es ist mir verdammt wichtig das Du wieder #simplethinking in Dein Leben bringst. Verkrampfe nicht bei dem Versuch wie jemand anders zu sein. Du bist toll, wie Du bist. Denke dran, Fortschritt – keine Perfektion.

 

Erzähl mir von Deinen kompliziertesten Angewohnheiten! Oder kennst Du aus Deiner Jugend noch weitere Weisheiten die Du um die Ohren bekommen hast? 


Kommentar schreiben

Kommentare: 0