Die großen Steine zuerst

Viele Herausforderungen, Wünsche und Aufgaben stellen sich Dir mittlerweile beinahe täglich.

 

Und wer von uns hat nicht das Gefühl das es immer mehr, immer weiter und immer höher sein soll.

 

Natürlich möchten wir uns die eigenen Träume auch erfüllen und dies am liebsten auf allen Leveln. Es muss doch möglich sein beruflich erfolgreich zu sein, während man Kinder groß zieht, und daneben nicht zu vergessen an seiner Traumfigur zu arbeiten. Ich arbeite die Mittagspause durch, so bekomme ich mehr erledigt. Das spielen mit den Kids hat Vorrang, auch wenn es zeitlich grade besser passen würde direkt ins Studio zum Sport zu fahren.

 

Den holst Du einfach nach wenn die Racker im Bett sind. Gut, dann läuft zwar gerade der Bachelor im TV aber so ein paar Bodyweight Exercises kannst Du ja auch vor der Kiste machen. Gerade als Du Dich aus dem Kinderzimmer der schlafenden Kleinen schleichst, fällt es Dir dann auf - die Wäsche... Mist.. Die bügelt sich nicht von alleine!

 

Ok, verschieben wir den Sport auf morgen früh. Ich stehe eine halbe Stunde eher auf und erledige meine Übungen, denn da schlafen die Kinder ja noch. An diesem besagten Morgen kommt dann der Innere Dialog den wir wohl alle, schon mehr als einmal, mit uns selbst geführt haben:

 

Wecker klingelt -  Verstand sagt  "Komm aufstehen, Du hast Dir vorgenommen Sport zu machen".

Du zu Dir selber  "Ach komm, noch 5 Minuten...Dann gebe ich halt mehr Gas beim Sport"

 

Wecker klingelt wieder - Verstand "Steh jetzt auf - sonst machst Du wieder kein Sport - heute Abend ist Elternabend, da geht wieder nichts"

 

Du zu Dir in säuselndem Ton "Gaaaanz ehrlich - maximal noch 5 Minuten..." 

 

Wecker klingelt wieder - Verstand "Gut. Dann steh halt nicht auf und bleib für immer fett"


 

Eventuell kennst Du die Geschichte des Professors und seinem Gefäß schon. Sie stellt eine wunderbare Metapher für unser Leben und unsere Aufgaben dar:

Er nimmt einen leeren 5-Liter Wasserkrug mit einer sehr großen Öffnung und stellt ihn auf den Tisch vor sich. Dann legt er ca. zwölf faustgroße Steine vorsichtig einzeln in den Wasserkrug. Als er den Wasserkrug mit den Steinen bis oben gefüllt hat und kein Platz mehr für einen weiteren Stein ist, fragt er, ob der Krug jetzt voll ist.

 

Alle sagen „Ja!”

 

Er fragt „Wirklich?” Er greift unter den Tisch und holt einen Eimer mit Kieselsteinen hervor. Einige hiervon kippt er in den Wasserkrug und schüttelt diesen, so dass sich die Kieselsteine in die Lücken zwischen den großen Steinen setzen. Er fragt die Gruppe erneut „Ist der Krug nun voll?”

 

Jetzt hat die Klasse ihn verstanden und einer antwortet „Wahrscheinlich nicht!”

 

„Gut”, antwortet er. Er greift wieder unter den Tisch und bringt einen Eimer voller Sand hervor. Er schüttet Sand in den Krug und wiederum sucht sich der Sand den Weg in die Lücken zwischen den großen Steinen und den Kieselsteinen. Anschließend fragt er „Ist der Krug jetzt voll?”

 

„Nein!” ruft die Klasse.

 

Nochmal sagt er „Gut!”. Dann nimmt er einen mit Wasser gefüllten Krug und gießt das Wasser in den anderen Krug bis zum Rand. Nun schaut er die Klasse an und fragt sie „Was ist der Sinn meiner Vorstellung?”

Ein Angeber hebt seine Hand und sagt „Es bedeutet, dass egal wie voll auch Dein Terminkalender ist, wenn Du es wirklich versuchst, kannst Du noch einen Termin dazwischen schieben.”

 

„Nein”, antwortet der Dozent, „darum geht es nicht.” 

 

"Es geht darum immer zuerst die großen Steine in seinen Krug zu füllen. Später ist kein Platz mehr dafür."


 

Versuche in Deinem Leben Deine Prioritäten zu finden. Und glaub mir, diese können von Zeit zu Zeit auch jeweils verschieden sein. Du wirst Dich ansonsten des öfteren selbst enttäuschen.

 

Steht in Deinem Leben das berufliche Weiterkommen an erster Stelle wird es extrem schwierig, zum gleichen Zeitpunkt so trainieren zu können, dass Du körperlich Topfit bist oder bleibst.

Steht die Zeit mit Deinen Kindern ganz oben auf der Agenda, wird es für diese Lebensperiode eher schwierig den Job als CEO in Deinem Unternehmen zu ergattern.

 

Ich sage nicht, das es nicht möglich ist - ich sage es ist um ein vielfaches schwieriger in vielen Bereichen Deines Lebens ganz vorne mitzuspielen. 

 

Der Psychologieprofessor Roy Baumeister und seine Kollegen haben herausgefunden, dass der menschliche Wille, ähnlich einem Muskel funktioniert und seine Kraft somit auch endlich ist. 

Diese Willenskraft wird täglich immer wieder aufs neue strapaziert und einige wesentliche Parameter schwächen diesen "Muskel", eben genau in den Situationen noch mehr, in denen wir ihn eigentlich am meisten brauchen.

 

Dazu gehören neben körperlichen Schmerzen, vor allem auch der Schlafmangel ( Du erinnerst Dich an den inneren Dialog?) und last but not least, die Unterzuckerung.

 

 

#simplethinking - nimm Dir mal einen Abend Zeit und definiere für Dich Deine großen Steine.

 

Und wie Du hier im Blog schon gelernt hast - "Wer schreibt der Bleibt".

 

Schreibe Deine Steine auf ein Blatt Papier und sortiere sie der Größe nach. Mach dies völlig frei von Wertung - es macht Dich nicht zu einem schlechteren Menschen, einem schlechteren Mitarbeiter oder gar zu einem schlechteren Elternteil wenn Du bestimmte Prioritäten setzt.

 

Hast Du nun die großen Steine in Deinem Leben platziert, kannst Du langsam damit beginnen die kleinen Kiesel, den Sand und das Wasser dazu zu schütten. Sachte und eben immer soviel wie noch Platz hat.

 

Es wird dazu dienen, Frustration über nicht erreichtes aus Deinem Leben zu verbannen. Es kann dazu dienen manche Dinge klarer zu sehen. Und eventuell stößt Du ja auf Steine, an die Du vorher gar nicht gedacht hast.

 


 

Welches sind die Steine in Deinem Leben? Hast Du Dir schon einmal bewusst darüber Gedanken gemacht das Du eventuell mit dem Sand oder dem Wasser begonnen hast?

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